Green Software Engineering

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Wissenschaft traf Praxis

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Die Informations- und Kommunikationstechnik – also Internet, Bürocomputer, Rechenzentren und Smartphones etc. verbraucht zunehmend Energie. Im Rahmen der Fachtagung "Green IT in der Praxis" wurden nun praktische Ansätze zur "Green IT", also zu umweltfreundlicher Informationstechnik vorgestellt. In Vorträgen durch Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft wurde hierzu ein breites Spektrum an Möglichkeiten aufgezeigt. Sowohl Teilnehmende als auch Referenten kamen überwiegend aus der umliegenden Region, aber auch Interessenten aus Berlin und München waren angereist. So wurde mit Vertretern aus Unternehmen verschiedener Branchen, der Verwaltung und der Lehre eine breite Zielgruppe angesprochen.

Zu Beginn der Veranstaltung gaben Prof. Dr. Stefan Naumann und Markus Dick vom Forschungsprojekt „Green Software Engineering“ einen Einblick in Perspektiven und Grenzen von Green IT und Nachhaltiger Software. Im Rahmen dieses Vortrags wurden zudem die Ergebnisse des Forschungsprojektes vorgestellt.

Sebastian Stoll, Gründer des Internetportals ecologee.net und Mitarbeiter des Ökoproviders Biohost.de, stellte in seinem Vortrag Kriterien für ein umweltfreundliches Rechenzentrum sowie bereits umgesetzte Konzepte in diesem Bereich vor. Zudem konnte er die Teilnehmenden über den Blauen Engel für Rechenzentren informieren.

Einen Schwerpunkt der Veranstaltung stellten die Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus unterschiedlichen Bereichen dar. So konnte der Leiter des Rechenzentrums am Umwelt-Campus, Phil Decker, über erfolgreiche Maßnahmen im Hochschulbereich, bspw. Energiemanagement in PC-Pools, der Einsatz von Thin Clients und Server-Virtualisierung, berichten, die zu hohen Ressourceneinsparungen führten. Ralf Simon, IT-Leiter der Kreisverwaltung Birkenfeld, ergänzte die Praxisbeispiele um einen Erfahrungsbericht aus dem Veraltungsbereich. Er sprach von bis zu 40 Prozent Energieeinsparungen durch intelligente IT-Lösungen und kam zu dem Fazit, dass Virtualisierung für höhere Effizienz und mehr Flexibilität sorgt. Über die Entwicklung vom Eigenanwender zum grünen Finanz-Institut berichtete Bernd Karrenbauer, Leiter Geschäftsbereich Orga/IT der Kreissparkasse Kusel. In seinem Praxisbeitrag stellte er verschiedene Projekte vor und ging dabei insbesondere auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ein. Jörn Wehle vom weltweit aktiven Idar-Obersteiner Unternehmen Kentix GmbH schließlich stellte Möglichkeiten des Energiemonitoring in Rechenzentren vor.

Fachtagung "Green IT in der Praxis"

Florian König, Projektmanager im Green IT Beratungsbüro beim IT-Branchenverband BITKOM aus Berlin, ging auf das Thema der Nachhaltigkeit in der Beschaffung und durch die Anwendung von IT-Systemen ein und zeigte insbesondere auch kostenneutrale Effizienz-Maßnahmen auf. Abschließend kam er zu dem Resümee, dass Green IT „weniger einer Frage der Technologie, sondern eine Frage der Strategie“ ist.

Einen etwas anderen Blick, nämlich den aus Sicht nachhaltiger Unternehmensführung, warf Prof. Dr. Klaus Rick vom Umwelt-Campus auf das Thema der Veranstaltung. Er betrachtete zunächst die unterschiedlichen Akteure im IT-Geschäft und ging dann sowohl auf die Handlungsfelder als auch Perspektiven ein. Sein abschließendes Fazit passte sehr gut zum Ziel der Fachtagung: Er unterstrich die Wichtigkeit die Aufmerksamkeit der Kunden umzusetzen, das Wissen der Mitarbeiter zu stärken und sowohl Professionalität als auch Transparenz insbesondere bei Kaufentscheidungen zu erhöhen. Alle Anwesenden forderte er dazu auf, über die eigenen Bereichsinteressen hinaus zu denken.

Das Ziel der Veranstaltung, einen Überblick über verschiedene Fragestellungen im Bereich Green IT und Green By IT sowie möglichen Lösungsansätze zu geben und so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schlagen, konnte zur Zufriedenheit der etwa 50 Teilnehmenden und der Veranstalter erreicht werden.

Die Foliensätze aller Vorträge stehen auf der Webseite des Instituts zum Herunterladen zur Verfügung.